Fusionswelle unter Italiens Banken setzt sich fort

News Redakteur

Die Turiner Großbank Intesta Sanpaolo will die Konkurrenz aus dem eigenen Land übernehmen: Wie die Deutsche Presseagentur meldet, bietet sie mehr als 30 Milliarden Euro, um die Banca Monte dei Paschi di Siena einzukaufen. Indes bahnt sich ein Bieterkampf um Monte dei Paschi an – am Wochenende hatte Banco BPM Fusionspläne mitgeteilt. Die Reaktion an der Börse ließ nicht lange auf sich warten: Am Montagmorgen legte die Aktie des Objektes der Begierde in Mailand um knapp zehn Prozent zu, während der Kurs für die Intesa Sanpaolo um knapp vier Pozent und der der Banco BPM um etwa ein halbes Prozent zurückgingen. Eine Übernahme von Monte dei Paschi wäre laut dpa der größte Deal in der seit 2024 anhaltenden Fusionswelle unter Italiens Geldhäusern. Im vergangenen Jahr hatte Monte dei Paschi selbst ihre Konkurrentin Mediobanca übernommen, und Banco BPM kaufte den Vermögensverwalter Anima. Nicht erfolgreich war der Versuch der Unicredit, Banco BPM zu übernehmen.

Intesa Sanpaolo hat selbst einen Börsenwert von knapp 100 Milliarden Euro. Für jede Monte-dei-Paschi-Aktie bietet das Institut 1,6 Intesa-Aktien plus einen Euro in bar. Dies entspricht zusammen gut 10 Euro und liegt 12,5 Prozent über dem Schlusskurs der Monte dei Paschi vom Freitag. Weil möglicherweise kartellrechtliche Bedenken einer vollständigen Einverleibung entgegenstehen, will Intesa Sanpaolo die Marke Monte dei Paschi, rund die Hälfte der Filialen, den Großteil der Konzernzentrale und weitere Vermögenswerte an den Versicherer Unipol verkaufen, meldet die dpa. Unipol soll dafür zwischen drei und 3,5 Milliarden Euro zahlen. Etwa 635 Geschäftsstellen würden an Unipol gehen, die restlichen 625 an Intesa. Mediobanca soll komplett an Intesa gehen. Bankchef Carlo Messina verspricht sich von dem Vorhaben Synergien von rund 2,9 Milliarden Euro vor Steuern. Diese würden im Jahr 2029 erreicht. Davon soll mit 1,5 Milliarden gut die Hälfte aus Kostensenkungen und der Rest aus höheren Erträgen stammen. Andererseits erwartet er einen Integrationsaufwand von 2,1 Milliarden Euro, der nach Steuern mit 1,4 Milliarden Euro zu Buche schlagen würde.

Eine offizielle Offerte seitens Banco BPM gibt es noch nicht. Geplant ist eine Fusion unter Gleichen, die fusionierte Bank soll auf einen gemeinsamen Börsenwert von über 50 Milliarden Euro kommen. Banco BPM ist an der Börse mit rund 20 Millarden Euro gelistet und damit deutlich kleiner als Intesa Sanpaolo.

Copyright Bild: IMAGO / Visions in Golf

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