Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben schärfere Regeln für den Import von Stahl in die EU beschlossen. Das teilt die Deutsche Presseagentur (dpa) mit. Mit der Beschränkung von Importen und der Erhöhung des Strafzolls wollen sie den europäischen Markt vor globaler Überproduktion und billiger Konkurrenz insbesondere aus China, Indien und der Türkei schützen. Das Parlament hatte bereits am 19. Mai entsprechende Regelungen beschlossen, dem stimmten nun die Mitgliedstaaten im Rat zu. Nach den neuen Vorgaben wird die zollfreie Einfuhrmenge auf 18,3 Millionen Tonnen pro Jahr begrenzt. Das sind rund 47 Prozent weniger als bisher. Mengen, die diese Grenze überschreiten, sollen mit einem Strafzoll von 50 Prozent belegt werden, doppelt so viel wie bisher. Die neuen Regeln gelten bereits ab dem 1. Juli dieses Jahres.
„Stahl ist für die industrielle Basis Europas, seinen ökologischen Wandel und seine Sicherheit unverzichtbar“, teilte Zyperns Industrieminister Michael Damianos mit. Zypern hat derzeit den Vorsitz des Rates der EU-Mitgliedstaaten inne. Laut Angaben des Rates ist die EU der drittgrößte Stahlproduzent der Welt hinter China und Indien, rund 300.000 Menschen sind in der Branche tätig. Wegen der Importbeschränkungen anderer Staaten und der globalen Überkapazitäten ist der EU-Markt indes mittlerweile der Hauptabnehmer des weltweiten Überschusses. Dies hat laut Angaben des Rates zu einer geringen Kapazitätsauslastung und hohen Produktionskosten in der EU geführt. Bis 2027 werde mit einem Anstieg der weltweiten Stahl-Überkapazitäten auf 721 Millionen Tonnen gerechnet – mehr als dem Fünffachen des jährlichen Verbrauchs der EU.
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