Studie: Insolvenz immer öfter gleichbedeutend mit dem Aus

News Redakteur

Ist eine Firma zahlungsunfähig, fällt eine Rettung zunehmend schwerer. Insolvenz ist für eine wachsende Zahl von Unternehmen gleichbedeutend mit dem ersten Schritt in den Abgrund. Das meldet die Deutsche Presse Agentur (dpa), die sich auf eine Studie der Transformationsberatung Falkensteg beruft. Demnach gelang 2025 nur noch bei knapp jeder dritten Firma nach der Pleite die Sanierung oder der Verkauf an Investoren. 2020 lag die Quote geretteter Unternehmen noch bei 57 Prozent. Im Rahmen der Studie untersuchte Falkensteg laut eigenen Angaben den Verlauf von 486 Insolvenzverfahren mit einem Jahresumsatz von mehr als zehn Millionen Euro.

Falkensteg-Partner und Studienautor Jonas Eckhardt sagte gegenüber der dpa: „Die Überlebenschance eines insolventen Unternehmens ist auf einen Tiefstand gefallen und hat sich innerhalb von fünf Jahren halbiert. Eine Insolvenz ist heute deutlich häufiger das Ende als ein Neuanfang.“ Er spricht dabei auch über Gründe: Die angezeigte Zahlungsunfähigkeit gehe deutlich seltener auf vorübergehende Belastungen zurück. In weiten Teilen fehle es schlicht an einem tragfähigen Geschäftsmodell. Das treffe zum Beispiel Zulieferer der Verbrennertechnik oder den klassischen Handel – selbst risikobereite Käufer übernähmen keine Kapazitäten, die strukturell nicht mehr gebraucht würden. In einem sehr schwierigen Umfeld bewegen sich demnach auch insolvente Autohandelsunternehmen. Nur 6,1 Prozent der in dieser Branche insolventen Betriebe gelingt noch die Rettung, heißt es. Auch Metallwarenhersteller mit 29,9 Prozent und Elektrotechnikunternehmen mit 27,6 Prozent liegen deutlich unter dem Durchschnitt. Die besten Chancen haben laut der Studie Unternehmen im Gesundheitswesen mit einer Rettungsquote von 50 Prozent sowie in der Logistikbranche mit 42,1 Prozent. Transportunternehmen seien für Käufer attraktiv, weil sie Zugriff auf knappe operative Ressourcen wie Fahrer, Disponenten, Fachpersonal, Fuhrpark, Standorte und Kundenbeziehungen erhielten. Im Maschinenbau sorgen Patente, moderne Maschinenparks, eingespielte Kundenbeziehungen und spezialisierte Belegschaften für 41 Prozent Übernahmen oder Sanierungen.

Für 2026 prognostiziert Studienautor Eckhardt rund 450 Großinsolvenzen, gegenüber dem Vorjahr immerhin ein Rückgang. Zu den größten Belastungen ählten steigende Energiepreise, hohe Arbeitskosten, drohende Lieferkettenstörungen und die konfrontative Handelspolitik der USA. Die höchsten Risiken steckten in der Logistik, der Chemie und der Metallwarenbranche. Nach einer kurzen Atempause im Jahr 2025 werde die Insolvenzwelle bei den Automobilzulieferern weitergehen.

Copyright Bild: IMAGO / Zoonar

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