Im April des vergangenen Jahres hat die EU-Kommission heftig auf Verstöße Apples gegen den Digital Markets Act reagiert und eine Geldbuße in Höhe von 500 Millionen Euro gegen den Digitalriesen verhängt. Jetzt hat Apple angekündigt, ab Oktober dieses Jahres Änderungen am Business-Modell seines App-Stores vorzunehmen. Das meldet die Deutsche Presse-Agentur. Entwickler von Applikationen, die mit Apple-Geräten kompatibel sind, sollen dann mehr Freiheit beim Vertrieb ihrer Programme haben und auch mehr Auswahl bei den Bezahlmodellen. Nutzer können die Apps außer im App-Store über Internetseiten oder andere Online-Marktplätze herunterladen. Entwickler dürfen ihre Kundinnen und Kunden auf die Alternativen hinweisen.
Ändern möchte Apple die bisherige Praxis bei der Gebührenerhebung für die eigene Kerntechnologie, meldet die dpa. Diese ist für Entwickler mit einer hohen Reichweite fällig. Bisher erhob der Konzern die Gebühr pro Installation nach einer Million Downloads. In Zukunft müssten Entwickler eine Provision in Höhe von fünf Prozent auf digitale Transaktionen in Apps entrichten, die sie außerhalb des Apple Stores vertreiben. Bisher war es so, dass Anwendungen für das iPhone nur aus dem firmeneigenen Store herunterladen konnte. Alle Zahlungen wurden über das hauseigene Modell mit entsprechenden Gebühren an Apple abgewickelt. Unter anderem Spotify hat kritisiert, dass Apple Regeln und Gebühren geschaffen hat, die es für Entwickler unattraktiv machen Apps über andere Stores zu vertreiben und alternative Zahlungsabwickler zu nutzen, weiß die dpa.
Eine Bedingung hat das neue Modell: Entwickler müssen sich für 12 Monate festlegen, ob sie In-App-Käufe via Apple oder alternative Bezahlsysteme nutzen möchten. Bei der Entscheidung für Apple müssen sie eine Provision in Höhe von 26 Prozent zahlen, in einigen Apple-Programmen sowie für Abos, die sich nach einem Jahr automatisch verlängern, soll es künftig eine reduzierte Abgabe in Höhe von 15 Prozent geben. Für Apps in Apples Store, die einen alternativen Zahlungsabwickler nutzen, gilt eine Provision von 20 Prozent. Verlinken sie zum Kaufabschluss raus aus der App ins Netz, werden 15 Prozent fällig. Bei Abos reduziert sich der Satz auf 10 Prozent, erläutert die dpa.
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