Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, will Volkswagen seine Produktion auf neun Millionen Autos senken, das ist gleichbedeutend mit dem Verlust von 50.000 Arbeitsplätzen. Der Aufsichtsrat des Automobilkonzerns ist also doch noch zu einer grundsätzlichen Einigung gekommen. Weiter heißt es, der Vorstand um den Vorsitzenden Oliver Blume könne nun das strategisch am tiefsten greifende Transformationsprogramm in der Geschichte der Volkswagen Group angehen.
Rund die Hälfte der nun zusätzlich gestrichenen Stellen betreffen die Standorte in der Bundesrepublik. Blume sieht die Hälfte des Anpassungsbedarfs in Deutschland. Erst vor zwei Jahren hatten sich die Konzernspitze und die Arbeitnehmervertreter auf eine Kürzung um 50.000 Stellen bis 2030 geeinigt. 15.000 on ihnen betrafen Porsche und Audi. Ende 2025 waren bei Volkswagen weltweit knapp 663.000 Menschen angestellt, etwa 248.000 in Deutschland. Die dpa bezieht sich auf Aussagen aus der Wolfsburger Zentrale: „Angesichts des zunehmenden globalen Wettbewerbsdrucks, veränderter Nachfragestrukturen und des technologischen Wandels in der Automobilindustrie ist eine konsequente Anpassung der Personalkapazitäten an die wirtschaftliche Realität unabdingbar“, lautet eine Kernaussage.
In Frage stehen vor allem die VW-Werke in Emden, Zwickau und Hannover sowie das Audi-Werk in Neckarsulm. Der Aufsichtsrat betont, dort könne „aktuell keine wettbewerbsfähige Folgebelegung gestaffelt ab den Jahren 2031 bis 2034 gewährleistet werden“. Als Grund heißt es, dass im VW-Konzern „eine Produktionsüberkapazität von 500.000 Fahrzeugen in Europa“ bestehe. VW spürt insbesondere die Konkurrenz aus China. Die Konzernverantwortlichen prüfen derzeit, was mit den Werken geschehen soll. Die dpa berichtet, dass eine zumindest vorübergehende Nutzung für die Rüstungsproduktion oder den Bau chinesischer VW-Modelle denkbar ist. Bis Ende Juni 2027 soll ein konkreter Plan für alle europäischen Werke auf dem Tisch liegen.
Erreichen will VW bis Ende 2030 eine Umsatzrendite in Höhe von neun Prozent. Im ersten Halbjahr dieses Jahres lag dieser bei gerade einmal 3,8 Prozent. Diesem Ziel soll der Rückgang der Produktion um rund eine Million Pkw dienen. Die Ausgliederung der Kernmarke Volkswagen Pkw und der VW-Komponente hatte der Vorstand laut Angaben der dpa gerüchteweise diskutiert – aus Sicht von Betriebsrat und IG Metall ein Angriff auf die Mitbestimmungsstrukturen. Das Thema ist mit der Einigung vorerst vom Tisch. Änderungen soll es dennoch geben. Der Vorstand solle „ein Modell für eine fortentwickelte Entscheidungs- und Konzernstruktur“ entwickeln, fordert der Aufsichtsrat. Selbst will das Gremium „seine Zustimmungsvorbehalte auf Maßnahmen von wesentlicher Bedeutung für den Gesamtkonzern (…) beschränken“.
Copyright Bild: IMAGO / Sabine Gudath
