Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, gerät die Influencer-Szene ins Visier der Steuerfahndung. Baden-Württembergs Finanzstaatssekretärin Andrea Lindlohr teilte mit, dass Influencer in ihrem Bundesland binnen eines halben Jahres zu Steuernachzahlungen in Höhe von 438.000 Euro verdonnert worden sind. Weitere 100 Fälle aus dem Social-Media-Bereich sind demnach aktuell Gegenstand von Steuerfahndungs-, Straf- oder Bußgeldverfahren. In Baden-Württemberg hatte die Sondereinheit für Steueraufsicht (SES) im Dezember 2025 knapp 900 Kontrollmitteilungen an die Finanzämter geschickt. Laut dpa handelt es sich dabei um Hinweise an ein jeweils anderes Finanzamt, das eine steuerliche Prüfung anstoßen oder ergänzen kann – ohne Wissen der Betroffenen. Die SES gibt es seit 2014, sie unterstützt die Steuerfahndungsstellen bei digitalen Recherchen.
Lindlohr sagte gegenüber der dpa, dass für digitale Geschäftsmodelle würden dieselben steuerlichen Regeln wie für klassische Unternehmen gelten würden. „Deshalb verstärkt die Steuerverwaltung ihre Kontrollen in diesem Bereich. Daten und Informationen aus digitalen Quellen werden gezielt ausgewertet und Auffälligkeiten geprüft.“ 2025 wurden in Baden-Württemberg bei Betriebsprüfungen Mehreinnahmen in Höhe von rund 1,7 Milliarden Euro erzielt berichtet die dpa. Bei den Umsatzsteuer-Sonderprüfungen waren es rund 245,6 Millionen Euro. Die Steuerfahndung spülte zusätzlich rund 205,8 Millionen Euro in die Kassen. Finanzermittler sicherten Vermögenswerte in Höhe von rund 178 Millionen Euro.
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