Das Bundeskartellamt hat den Erwerb von 47 Prozent der Anteile an der M31-Beteiligungsgesellschaft durch RWE freigegeben. Bei der Gesellschaft handelt es sich laut Angaben aus Bonn um ein Investitionsvehikel, das eine Anteilsmehrheit – knapp drei Viertel – an Amprion hält. Amprion ist einer der vier deutschen Stromübertragungsnetzbetreiber, die für die Sicherheit und Stabilität der Übertragungsnetze verantwortlich zeichnen, in denen Strom unter Hochspannung über längere Strecken transportiert werden kann. Der jetzige Anteilserwerb an M31 entspricht einer Erhöhung des durchgerechneten Anteils an Amprion von aktuell 20 auf künftig 55 Prozent. Ein Konsortialvertrag zwischen den Parteien verhindert die alleinige Kontrolle Amprions seitens RWE.
Laut Bundeskartellamtschef Andreas Mundt bewegen sich RWE und Amprion auf verschiedenen Marktstufen und bei Zusammenschlüssen solcher Unternehmen könnten „Anreize oder Möglichkeiten für eine Bevorzugung des Fusionspartners entstehen“. Eine diskriminierungsfreie Ausgestaltung des Netzbetriebs sei Grundvoraussetzung für einen unverfälschten Wettbewerb auf den Strommärkten. Deshalb haben sich die Bonner das Zusammenschlussvorhaben auch sehr genau angeschaut. „Unsere Prüfung hat ergeben, dass sich durch den Erwerb weiterer Anteile an Amprion durch RWE die Anreize und Möglichkeiten für eine Bevorzugung nicht verändern“, so Mundt. „Hinzu kommt, dass Unternehmen, die sowohl in der Energieerzeugung als auch im Betrieb von Stromnetzen tätig sind, einer sektorspezifischen Regulierung unterliegen.“
Ursprünglich war Amprion eine reine Tochtergesellschaft von RWE. Im Jahr 2011 veräußerte RWE jedoch 74,9 Prozent der Anteile an Finanzinvestoren. Diese Anteile sind nun in der M31 gebündelt. Die übrigen 25,1 Prozent der Anteile hält RWE gemeinsam mit Apollo Global Management, Inc.
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