Wie die Deutsche Presse-Agentur meldet, steht der niedersächsische Schnaps- und Getränkehersteller Berentzen vor der Übernahme durch Sazerac aus New Orleans in den Vereinigten Staaten von Amerika. Eine entsprechende Zusammenschlussvereinbarung ist dem Bericht nach bereits unterzeichnet. Sazerac wolle ein Übernahmeangebot von 5,55 Euro je Aktie für alle Aktien der Berentzen-Gruppe abgeben. Das Angebot unterliege einer Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent plus eine Aktie. Noch im letzten Quartal dieses Jahres wollen die Unternehmen den Zusammenschluss über die Bühne gebracht haben. Ihren Ursprung hatte Sazerac bereits 1630 in Frankreich, wo sie zunächst auf das Cognac-Geschäft spezialisiert war. Heute verkauft sie neben Cognac vor allem Whisky, aber auch Wodka, Rum und Gin. Jake Wenz, Präsident und CEO, sagte: „Wir schätzen die lange und traditionsreiche Geschichte der Berentzen-Gruppe auf dem deutschen Markt sehr.“ Es sei wichtig, die starke Marktpräsenz auch in Zukunft fortzuführen.
Aus dem Hause Berentzen ist zu vernehmen, dass der angebotene Preis einem Niveau entspreche, das seit mehr als zwei Jahren nicht mehr erreicht worden sei. Es liege um 68 Prozent über dem Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate. An der Börse war Berentzen zuletzt laut dpa 35 Millionen Euro wert. Berentzen litt unter der sich abschwächenden Nachfrage nach hochprozentigen Getränken. Laut dpa ging der Halbjahresumsatz um gut elf Prozent auf 71 Millionen Euro zurück, der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern um mehr als 80 Prozent auf nur mehr 600.000 Euro.
Sazerac befindet sich auf Einkaufstour, beim Jack-Daniel’s-Produzenten Brown-Foreman bissen die Verantwortlichen aus New Orleans trotz eines 15-Milliarden-schweren Deals auf Granit. Mehr Erfolg hatte Sazerac beim britischen Spirituosen-Hersteller Au Vodka. Die dpa beruft sich auf Bloomberg-Angaben, nach denen dieses Geschäft einen Umfang von 300 Millionen britische Pfund hatte. Das entspricht rund 350 Millionen Euro.
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