In das zähe Ringen um den 111-Milliarden-US-Dollar schweren Deal zwischen Warner Brothers und Paramount ist Bewegung gekommen und jetzt könnte die geplante Übernahme kurz bevorstehen. Nach dem die US-amerikanische Regierung schon grünes Licht für das Geschäft gegeben hatte, wehrten sich zwölf Bundesstaaten unter Führung Kaliforniens und die Drehbuchautoren-Gewerkschaft gegen die Übernahme. Sie führten vor allem eine empfindliche Störung des Wettbewerbs ins Feld. Anfang August wurde bekannt, dass eine Richterin den Prozess auf März des kommenden Jahres angesetzt hat. Wie die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf den Nachrichtensender Bloomberg berichtet, soll nun in Verhandlungen mit Kalifornien der entscheidende Durchbruch gelungen sein.
Die Einigung mit den Bundesstaaten sehe unter anderem vor, dass der fusionierte Konzern mehr Geld in den USA und speziell in Hollywood investieren werde, so der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta. Es ist geplant, über einen Zeitraum von fünf Jahren zusätzliche 300 Millionen US-Dollar in Beschäftigte in den Vereinigten Staaten zu investieren. Ein entscheidender Streitpunkt war bis dato auch der Umgang mit dem Nachrichtensender CNN, der zu Warner Brothers gehört. CNN berichtet kritisch über Präsident Donald Trump, zuletzt eskalierte der Streit so weit, dass Trump CNN aus dem Weißen Haus verbannte. CEO von Paramount ist David Ellison, dessen Vater Larry Ellison als Trump-Unterstützer bekannt ist. Der zu Paramount gehörende Sender CBS veränderte nach der Übernahme durch die Ellison-Familie den Ton gegenüber dem aktuellen Präsidenten. Die Einigung zwischen Paramount und den Bundesstaaten sieht nun ein redaktionelles Aufsichtsgremium für CNN und CBS vor. Es besteht laut Bloomberg ausschließlich aus Journalisten, für Manager und Aktionäre sollen die Türen dazu verschlossen bleiben.
Eine weitere Zusage betrifft die Produktion von Kinofilmen. In den ersten zwei Jahren nach der Fusion sollen 30 Filme pro Jahr in die Kinos kommen. Jeder Film, der unter dieser Marke bleibt, wird Paramount 30 Millionen US-Dollar als Strafgebühr kosten. In den drei Jahren danach sind sogar 32 Filme pro Jahr geplant. Ein Fünftel der Filme sollen sogenannte Blockbuster sein, die viele Besucherinnen und Besucher in die Kinos bringen. Rob Bonta berichtete davon, dass neben den Bundesstaaten auch die Drehbuchautoren ihren Widerstand aufgegeben haben. Grund dafür dürften unter anderem die 17,5 Millionen US-Dollar sein, die Paramount in einen Gesundheitsfonds für die Autorinnen und Autoren investiert. Noch Anfang Oktober soll der Deal nun über die Bühne gebracht sein. Das läge ganz im Sinne Paramounts, das sich zu einer Zahlung von sieben Millionen US-Dollar täglich ab Oktober verpflichtet hat, sollte die Übernahme bis dahin nicht vollendet sein.
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