Konsequenz aus dem Digital Markets Act: Neue iPhones ohne KI-Siri

News Redakteur

Apple hat anlässlich seiner hauseigenen Entwicklerkonferenz WWDC am Montag verlautbaren lassen, die neue Version seiner Assistenzsoftware Siri mit Künstlicher Intelligenz auf iPhone und iPad nicht in der Europäischen Union zur Verfügung zu stellen. Das meldet die Deutsche Presse Agentur (dpa). Hintergrund der Maßnahme ist ein Streit zwischen Apple und der EU-Kommission auf Basis des Digital Markets Acts (DMA). Das Digitalgesetz verpflichtet als sogenannte Gatekeeper eingestufte Unternehmen, ihren Konkurrenten den gleichen Zugang zu den eigenen Plattformen zu gewähren wie eigenen Diensten. Das würde etwa bedeuten, dass auch Apple auch Google und Samsung diesen Zugang bereitstellen müsste. Apple sieht bei einer vollständigen Öffnung für KI-Systeme anderer Anbieter die Gefahr, die Privatsphäre der Nutzerinnen und Nutzer in der EU zu verletzen. Das Argument: die neue KI-Siri sei so datenschutzfreundlich umgesetzt, dass der Konzern selbst keinen Zugriff auf die Informationen der Anwenderinnen und Anwender bekomme.

Die dpa zitiert Apple-Marketingchef Greg Jozwiak, der betont, dass seine Firma der EU-Kommission auf die Risiken eines „wirklich uneingeschränkten Zugangs“ erläutert habe. „Aber sie haben unsere Bedenken komplett zurückgewiesen.“ Apple habe zudem bereits im vergangenen Jahr einen konkreten Vorschlag für eine technische Lösung vorgelegt, mit der aus Sicht des Konzerns die Zugangsanforderungen erfüllt und zugleich der Datenschutz gewahrt geblieben wäre. Die Kommission habe diesen abgelehnt, ohne sich damit auseinanderzusetzen. Der Vorschlag für andere Anbieter sieht laut dpa vor, dass nach einem Apple ähnlichen Muster deren KI-Modelle Anfragen der Nutzerinnen und Nutzer beantworten könnten, aber keine Daten von ihnen behielten.

Apple stellte die neue Siri mit Künstlicher Intelligenz auf der WWDC vor. Sie soll besonders tief in das Leben der Nutzerinnen und Nutzer eingebunden und dementsprechend auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten sein. „Wenn das alles funktioniert, ist es die KI, die die Leute wollen“, kommentiert Avi Greengart von der Analysefirma Techsponential. Dahinter steht ein Fragezeichen, weil Apple bereits vor zwei Jahren Ähnliches angekündigt hatte, dann aber an der Unzuverlässigkeit der Software gescheitert war. Erstmals soll Siri auf iPhones und iPads eine eigene App erhalten.

Copyright Bild: IMAGO / Zuma PressWire

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