Attestor, Mehrheitseigner bei Condor, wird Ende August des kommenden Jahres die verbliebenen Anteile von 49 Prozent bei der zweitgrößten deutschen Airline übernehmen. Das meldet die Deutsche Presseagentur. Bisher hielten diese die Bundesrepublik Deutschland und das Land Hessen gemeinschaftlich in der SG Luftfahrtgesellschaft. Die britische Gesellschaft war 2021 bei Condor eingestiegen, bereits zu diesem Zeitpunkt war eine Kaufoption vereinbart worden. Wie die dpa berichtet, übernimmt Attestor die deutsche Fluggesellschaft in einer herausfordernden wirtschaftlichen Situation. Im Geschäftsjahr 2024/2025 stieg der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern zwar um 25 Prozent auf 151 Millionen Euro – und auch die Zahl der Passagiere stieg um rund 13 Prozent auf gut 9,6 Millionen Reisende. Aber auf der Gegenseite stieg bei der Airline auch der Verlust um 13,7 Prozent auf gut 110 Millionen Euro. Die vielen neu angeschafften Flugzeuge unterliegen hohen Leasing-Bewertungen, dazu kamen die internen Darlehenszinsen an Attestor. Wenig verwunderlich spielen daneben die gestiegenen Spritkosten eine große Rolle.
Es sind nicht zum ersten Mal schwierige Zeiten für die Fluggesellschaft. Vor einigen Jahren erwischte es den Mutterkonzern, Thomas Cook ging in die Insolvenz, dazu traf die Corona-Pandemie die gesamte Branche sehr hart. In dieser Phase waren der Bund und das Land Hessen eingestiegen. Immerhin: Die Corona-Staatshilfen hat die Airline 2026 vollständig zurückerstattet. In den zurückliegenden Jahren hat Condor mit seinen rund 5.000 Beschäftigten und circa 60 Flugzeugen das Geschäft in größerem Stil umgestaltet. Dazu gehört die Erneuerung der Langstreckenflotte und der Ausbau der Kurz- und Mittelstreckenflotte. Außerdem entwickelt die Fluggesellschaft ihr Städteflugnetz als Zubringer für den Hub in Frankfurt am Main weiter. Mittlerweile ist die Firmenzentrale auch von Neu-Isenburg vor den Toren Frankfurts wieder an den Frankfurter Flughafen zurückgekehrt.
Copyright Bild: IMAGO / Jan Huebner
