Die Übernahme der Ceconomy durch die chinesische JD.com ist noch nicht in trockenen Tüchern. Die geplante Transaktion hat die Europäische Kommission auf den Plan gerufen, die aktuell mögliche Wettbewerbsverstöße aufgrund drittstaatlicher Subventionen prüft. JD.com ist Teil einer Unternehmensgruppe, die einen Marktplatz für Elektronikartikel in China betreibt. Zur Ceconomy gehört unter anderem Europas größter Elektronikfachhändler MediaMarktSaturn. Basis für die Prüfung ist die seit Juli 2023 geltende Drittstaatensubventionsverordnung. Die EU-Kommission prüft, ob Subventionen von Staaten außerhalb der EU zu einer Verzerrung des Wettbewerbs im Binnenmarkt führen. Letztlich soll innerhalb der EU der faire Wettbewerb geschützt werden. Fusionierende Unternehmen müssen Zusammenschlüsse bei der Kommission anmelden, wenn mindestens eines von ihnen in der EU niedergelassen ist und in dort einen Umsatz von mindestens 500 Millionen Euro erzielt und wenn die beteiligten Unternehmen in den drei Jahren vor dem Zusammenschluss von Drittstaaten finanzielle Zuwendungen von insgesamt mehr als 50 Millionen Euro erhalten haben. Die Zustimmung der EU-Kommission ist Voraussetzung für den Eigentümerwechsel.
JD.com hatte bereits im Sommer 2025 ein Übernahmeangebot abgegeben und sich die Mehrheit der Ceconomy-Aktien gesichert. Am 17. April dieses Jahres meldeten die Unternehmen die geplante vollständige Übernahme der Kommission zur Genehmigung. Wie die Kommission jetzt mitteilt, ergab die Vorprüfung, dass JD.com möglicherweise Subventionen der Volksrepublik China erhalten hat, die zu einer Wettbewerbsverzerrung im EU-Binnenmarkt führen könnten. Zu den Subventionen zählen etwa Finanzierungen zur Vorzugsbedingungen, Steueranreize und Zuschüsse. Die Kommission prüft nun, ob diese staatlichen Subventionen JD.com in die Lage versetzt haben, einen höheren Preis als Konkurrenten anzubieten und ob diese die Wettbewerbsposition des fusionierten Unternehmens verbessern und damit negative Auswirkungen auf den freien Wettbewerb im Binnenmarkt haben. Dafür hat die EU-Kommission laut Drittstaatensubventionsverordnung 90 Arbeitstage Zeit, spätestens am 2. Oktober 2026 muss sie ihren Beschluss erlassen. Laut Angaben der Deutschen Presse Agentur (dpa) prüfen Behörden in mehreren Ländern den geplanten Zusammenschluss, je nach den nationalen Anforderungen kartellrechtlich oder im Hinblick darauf, ob der Einstieg des drittstaatlichen Investors sicherheits- und ordnungspolitisch unbedenklich ist. Frankreich und Italien haben zugestimmt, meldete Ceconomy, Entscheidungen aus Deutschland, Österreich und Spanien stünden noch aus. Das Bundeskartellamt hatte die Fusion freigegeben, das Bundeswirtschaftsministerium noch nicht zugestimmt.
Die dpa zitiert JD.com mit den Worten: „Wir sehen eine vertiefte Prüfung als einen üblichen Verfahrensschritt für eine Transaktion dieser Größe an.“ Im Zusammenhang mit der Transaktion habe das Unternehmen keine staatlichen Subventionen erhalten, die zu einer Wettbewerbsverzerrung in der EU führen könnten. Die chinesische Handelskammer bei der EU äußerte gegenüber der dpa grundsätzliche Bedenken an der Prüfung ausländischer Subventionen durch die EU. Preise bei Transaktionen würden zudem von vielen Marktfaktoren beeinflusst. Ein hohes Angebot solle „nicht allein“ als Anzeichen für Marktverzerrung gewertet werden, und „ein klarer Kausalzusammenhang zwischen etwaigen ausländischen Subventionen und der angeblichen Marktverzerrung“ solle auf der Grundlage ausreichender Beweise hergestellt werden.
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