Streit um Commerzbank-Übernahme eskaliert

News Redakteur

Der deutsche Staat hat laut Angaben der Deutschen Presse Agentur der laufenden Übernahmeofferte der italienischen Unicredit für die Commerzbank eine Absage erteilt. „Eine Annahme des Angebotes kam bereits wirtschaftlich nicht in Frage, da das Übernahmeangebot keine angemessene Prämie auf den aktuellen Kurs der Commerzbank-Aktie enthält“, teilte die Finanzagentur des Bundes in Frankfurt am Main mit. Der Bund ist der zweitgrößte Aktionär der Commerzbank und hält rund zwölf Prozent der Anteile. Es heißt, er unterstützt die Strategie der Eigenständigkeit der Commerzbank und er lehnt das „aggressive Vorgehen“ der Unicredit ab. Die Commerzbank spiele eine wichtige Rolle bei der Finanzierung der deutschen Wirtschaft und des deutschen Mittelstandes. „Sie ist als bedeutende Arbeitgeberin zudem zentral für den Finanzstandort Frankfurt. Beides gilt es auch in Zukunft sicherzustellen.“

Im Mai hatte die Unicredit eine freiwillige Offerte für die Commerzbank vorgelegt und bietet eigene Aktien zum Tausch. Wie die dpa weiter berichtet, bekam die Großbank mit Hauptsitz in Mailand rund elf Prozent aller Commerzbank-Aktien angedient, damit würde ihr Anteil auf rund 38 Prozent steigen. Über Kaufoptionen hat sie sich zudem mehr als drei Prozent der Commerzbank-Aktien gesichert und hält weitere Finanzinstrumente. Die Übernahmefrist läuft bis zum 16. Juni, es ist aber davon auszugehen, dass diese bis zum 3. Juli verlängert wird.

In der letzten Woche war der Übernahmekampf zwischen den Parteien bereits eskaliert. Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Marktmanipulation und der Irreführung nach dem Wertpapierhandelsgesetz. Der Vorwurf wiegt schwer: Marktmanipulation ist in Deutschland eine Straftat. „Ich habe wie viele Beschäftigte in der Commerzbank den Verdacht, dass der Kapitalmarkt bewusst in die Irre geführt werden soll“, sagte Commerzbank-Betriebsratschef Sascha Uebel. „Es soll der Eindruck erweckt werden, als habe die Unicredit die Übernahme der Commerzbank schon so gut wie in der Tasche, doch dem ist nicht so.“

Bereits zuvor hatte die Commerzbank die Finanzaufsicht Bafin eingeschaltet, weil sie bei den Unicredit-Angaben ein falsches Spiel sieht, so die dpa. Die Frankfurter Bank kritisiere, die angedienten Aktien stammten überwiegend von Banken und mit ihnen verbundene Parteien, von denen einige bekannte Gegenparteien von Unicredit für Finanzinstrumente seien und keine unabhängigen Investoren. Die Mailänder Großbank hatte den Vorwurf zurückgewiesen. Sie handele nach den gesetzlichen Anforderungen und stehe im transparenten Dialog mit der Bafin.

Copyright Bild: IMAGO / Hanno Bode

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