Viagogo darf keine Tickets mehr für eine Veranstaltung der Bundesliga – bis Ende Juni noch unter dem Namen Deutsche Fußball Liga (DFL) bekannt – beziehungsweise der 36 Clubs der ersten und zweiten Liga anbieten, bevor diese offiziell am Markt erhältlich sind. Das hat das Oberlandesgericht München entschieden, indem es im Rechtsstreit mit der Bundesliga-Organisation die Berufung zurückgewiesen hat. Die Deutsche Presse-Agentur berichtete. 2019 hatte das Ticketportal Karten für das Supercup-Spiel angeboten, obwohl der offizielle Verkauf noch gar nicht gestartet war. Damals warnte die DFL vor dem Kauf von Tickets auf dem nicht-autorisierten Zweitmarkt. Als „wichtigen Erfolg für den Schutz der Fans und eines fairen Ticketmarkts“ bezeichnete Bundesliga-Geschäftsführer Marc Lenz gegenüber der dpa den Erfolg vor den Gerichten. Die Entscheidung sende ein klares Signal gegen fragwürdige Ticketangebote und erhöhte Preise. Auch in Zukunft will die Bundesliga gemeinsam mit den 36 unter ihrem Dach vereinten Clubs „entschlossen“ gegen nicht-autorisierte Ticketverkäufe vorgehen.
Das Oberlandesgericht München führte aus, dass Fußballfans klar und eindeutig erkennen können müssen, wer die Tickets anbietet, ob diese offiziell schon verfügbar sind und welche Leistungen eine Garantie umfasst. Viagogo hatte zudem wettbewerbswidrig künstlich eine Ticketknappheit vorgetäuscht, um Interessenten schneller zum Kauf zu bewegen. Viagogo äußerte sich dahingehend zur Entscheidung des OLG, dass die dort angesprochenen Punkte alte Rechtsfragen betreffen, die längst geklärt sind und auf der Viagogo-Webseite umgesetzt sind. Das Ticketportal begrüße die nun geschaffene Rechtsklarheit. Die Bundesliga sieht sich noch nicht am Ziel, es gäbe nach wie vor „Transparenzdefizite“ außerhalb der offiziellen Verkaufs- und Weiterverkaufskanäle. Oft fehlten klare Informationen zum Originalpreis der Tickets sowie zur Identität der Anbieter.
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