Nur 16 von 57 Unternehmen des Bundes sind unmittelbar an eigene Tarifverträge gebunden. Das geht aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf Anfrage von Pascal Meiser, Bundestagsabgeordneter der Partei Die Linke, hervor. Die Deutsche Presse Agentur berichtete. In der Mehrzahl der Bundesbetriebe gelten Bedingungen, die an tarifvertragliche Regelungen angelehnt sind, elf Unternehmen verfügen aber nicht einmal darüber. Im Koalitionsvertrag hatten die beiden Regierungsparteien sich ehrgeizige Ziele gesetzt: „Unser Ziel ist eine höhere Tarifbindung. Tariflöhne müssen wieder die Regel werden.“ Auch das neue Tariftreuegesetz will über einen Umweg mehr Tarifbindung erreichen. Der Bund soll öffentliche Aufträge nur an Unternehmen vergeben, die Tarifverträge einhalten oder ihren Beschäftigten zumindest ähnlich gute Verbindungen anbieten. Meiser wirft der Regierung laut dpa Scheinheiligkeit vor, weil sie selbst dem offiziellen Ziel einer höheren Tarifbindung nicht gerecht wird. Die Zahlen hätten sich seit einer ähnlichen Anfrage 2023 kaum verändert.
Als Beispiele für Bundesunternehmen mit eigenem Tarifvertrag nennt die dpa die Deutsche Bahn, die Deutsche Flugsicherung und die Autobahn GmbH. Ohne Tarifbindung sind etwa die Toll Collect und die Digitalservice des Bundes unterwegs. Das Argument laut Bundesfinanzministerium: So ließen sich besser Talente gewinnen und binden. Auf EU-Ebene hat sich die Bundesrepublik verpflichtet, 80 Prozent Tarifbindung anzustreben. Ganze 49 Prozent sind bisher aber erreicht.
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